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You are currently browsing the A Lion Feuchtwanger blog by Dr. Adrian Feuchtwanger (great-nephew of LF) weblog archives for October, 2009.

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Archive for October 2009

Two calls for papers:

Eine Konferenz der International Feuchtwanger Society (Los Angeles)
des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der Europäischen
Aufklärung (Halle/S.) und des Leopold-Zunz-Centers (Halle/S.)
VERTRIEBENE VERNUNFT – AUFKLÄRUNG IM EXIL (1933ff.)
Die Konferenz wird vom 28.-30. Oktober 2010 am Interdisziplinären
Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung an der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg stattfinden.
Call for papers here.
Michaela writes: 
Wir möchten an an dieser Stelle ausserdem schon einmal
kurz auf die nächste Konferenz der International Feuchtwanger
Society hinweisen, welche vom 7.-9. September 2011 in Los Angeles
zum Thema EMIGRATION/REMIGRATION stattfinden wird.
Konkrete Schwerpunkte sowie ein CfP werden voraussichtlich
im Frühjahr 2010 zur Verfügung stehen.
 

halle.jpg

 

Austrian writer and filmmaker Walter Wippersberg recommends Der falsche Nero in the ‘Was ich lese: Belletristik’ column in today’s Die Presse.

Was ich – abseits berufsbedingter Lektüre – zum Vergnügen lese, soll mir eben das bereiten: Vergnügen. Auf hohem literarischem Niveau. Viel zu selten finde ich das in der aktuellen zeitgenössischen Literatur.

Gefunden hab ich es unlängst bei Lion Feuchtwanger. Ein Erfolgsautor der 1930er-, 1940er-Jahre, mit Bertolt Brecht befreundet, von Thomas Mann hochgelobt. Ob mich der interessieren würde? Ich war skeptisch und wurde vom Roman Der falsche Nero (Aufbau Taschenbuch Verlag), zu dem ich eher zufällig griff, höchst positiv überrascht.

Der 1884 in München geborene Feuchtwanger ließ sich von einer antiken Episode inspirieren: Ein paar Jahre nach Kaiser Neros Tod behauptete in Syrien ein Hochstapler, Nero zu sein und seine „Ermordung“ überlebt zu haben. Feuchtwanger hat – 1935 – eine Satire auf die Hitler-Diktatur schreiben wollen, seine Zeitgenossen waren uneins, wie weit ihm das gelungen sei. Das spielt keine Rolle mehr. Man kann in etlichen Hauptfiguren Hitler, Goebbels und Göring wiedererkennen, aber – von heute aus besehen – viele andere auch. „Wie ein kleiner Fisch so stinken kann“, darüber hat Feuchtwanger schreiben wollen, das ist ihm über den Anlassfall hinaus gelungen.

Ein farbiges, pralles, gescheites Buch über Hochstapler und Politik. Feuchtwanger kriecht tief in die Köpfe vieler seiner Figuren und führt höchst überzeugend vor, wie Menschen ticken, denken und intrigieren, wie Politik – zu allen Zeiten wohl – funktioniert. Eine gute Geschichte – gut erzählt. Mehr braucht’s nicht. Ganz einfach, oder? ■

 nero.jpg

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